Leben & Kunst


  • Peter, Gernot und Wolfgang nach einem gemeinsamen Vortrag am Institut für Theater-, Film und Medienwissenschaften in der Berggasse 7, Wien, im Juni 2012

     

    Peter Zurek, der langjährige Leiter von ORF 3sat und Regisseur zahlreicher TV-Dokumentationen, ist in der Nacht von Ostermontag auf Dienstag gestorben.
    Ich habe Peter Zurek 1996 kennengelernt. Er gestaltete gemeinsam mit Josef Nermuth eine 3sat-Dokumentation zum fünfzigjährigen Jubiläum von UNICEF in der A1plus Filmproduktion von Wolfgang Hackl, wo ich als frisch gebackener Schnittassistent den Profis beim Schnitt zuschauen und zuhören durfte. 1997 waren wir gemeinsam auf  Dreharbeiten in Israel für seine TV-Doku „Doswidanje – Shalom. Die Rückkehr aus Birobidjan“, wo ich als Tonmann mit von der Partie war. Es folgten meine ersten Schnittprojekte als Cutter, für die er als Redaktionschef verantwortlich war, 1999 schnitt ich unter der Regie von Wolfgang Hackl „Neue Lippen, ein neuer Seufzer – Das Arthur Schnitzler Tagebuch“ und 2001 „Der heimatlose Europäer – Stefan Zweig“, zwei große Literatur-Dokus, für die Zurek das Buch geschrieben hatte.
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  • 11 Kurzfilme / Konzept & Regie: Johannes Holzhausen / Kamera: Matthias Smycka, Attila Boa / Schnitt: Gernot Grassl / Animationen & Compositing: Paul Schön / Idee & Projektentwicklung: Helene Hanzer / Produzent: Johannes Rosenberger / © Navigator Film für Kunsthistorisches Museum Wien (KHM)

    Morgen, am 1. März 2013, wird die Kunstkammer im Kunsthistorischen Museum Wien nach elf Jahren wieder eröffnet und der Öffentlichkeit in neuem Glanz präsentiert, was der Österreichausgabe der ZEIT die Titelseite wert war. Diese „bedeutendste Sammlung ihrer Art“ (KHM Eigendefinition) umfasst tausende Objekte vom späten Mittelalter bis zur Barockzeit, darunter auch die sogenannten Automaten: prunkvolle Kunstwerke in Form eines Schiffes, Turms oder Kutsche, in deren Inneren eine hochkomplexe Mechanik die Objekte zum Leben erwecken. So gleitet das wohl prachtvollste Stück dieser Sammlung, der Schiffsautomat von Hans Schlottheim (1585 erbaut!), zielstrebig voran, während an Deck Figuren von Musikern bewegt werden und im Inneren ein Orgelwerk Musik macht. Als fulminanten Abschluss des Spektakels feuern die mit Schwarzpulver geladenen Kanonen lautstark Schüsse ab.
    Um den Zauber dieser Meisterwerke der Uhrmacherkunst für das Publikum spürbar zu machen, beauftragte das KHM die Navigator Film, unter Aufsicht und grosser Mitwirkung von Restaurator Nils Unger, die Bewegungsabläufe der Automaten innen und aussen in 11 Kurzfilmen zu dokumentieren.

    Auf Tablet-Computern können künftig die Besucher des Museums in sorgfältig produzierten Kurzfilmen bestaunen, wie die scheinbar leblosen Kunstobjekte in den Vitrinen zu rattern und tröten beginnen – Special Effects aus der frühen Neuzeit.
    (Die ZEIT, 21.02.2013)

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  • Da freut man sich, daß das gute alte Macbook Pro (MBP) noch immer so gut läuft und als Internet- und Musikplayer formschön auf dem Wohnzimmertisch einen neuen Platz gefunden hat, da macht das Ding beim Starten plötzlich – nix. Also fast nix, ein bißchen Festplatte hört man schon, aber sehen? Gar nix…gar nix! Das hat er noch niieee gemacht.

    Also ab zum Mac-Repairshop (empfehlenswert: mymac in Wien 5), nach kurzem Check ist klar: ja, das MBP stammt aus der Serie sowieso-sowieso und ist mit einem schadhaftem Grafikchip von nVidia versehen, Apple hat deshalb die Garantie für diesen Fehler auf 4 (!) Jahre ausgedehnt, wann haben Sie denn das MBP gekauft? Hmm, grübel grübel, Mist, vor 4,5 Jahren, also keine Chance. Reparaturkosten: 1029.-€, da das komplette Mainboard (in Applesprache: „Logicboard“) ausgetauscht werden muß. Schluck!

    Nee du, also das geht gar nicht. Also MBP wieder mitnehmen und zuerst mal googeln, was es da so zum Thema gibt. Und siehe da, ich bin nicht der einzige mit diesem Problem: findige Nerds haben festgestellt, dass man mit etwas Wärme dem Problem auf den Leib rücken kann. Kurz: Logicboard ausbauen und 6 min bei 200°C ins Backrohr – Fertig!

    Wie gibt´s das? Der Fehler ist, dass im Grafikchip Leiterbahnen mit  der Zeit spröde werden und so kein guter Kontakt mehr gegeben ist – deshalb der Bildausfall. Durch die Erwärmung wird das Leiter-Material weicher und verbindet sich wieder.

    Am besten man folgt den Anweisungen im Blog ENIAK eine wunderbare Schritt-für-Schritt-Anweisung geschrieben hat. Bei mir hat das auch wirklich funktioniert, allerdings muß man einschränkend dazu sagen, daß der „Reparatureffekt“ ca 3 Monate hält, dann muß das Ding wieder in den Backofen – also als Dauerlösung für das Hauptgerät im Leben wohl nicht so geeignet. Zweitens muss ich sagen, machte mir zwar das Zerlegen des MBP Spaß, aber es ist nix für Anfänger und die ganze Aktion dauert beim ersten Mal sicher 3-4 Stunden. Und: bevor man irgendwas aufschraubt, ohne Wärmeleitpaste geht gar nix nach dem Backen!

    Trotzdem hat mich die ganze Aktion mit DIY-Spirit erfüllt, und noch dazu mit einem Ding aus der Mikroprozessorenwelt (hab ich in den 80er-Jahren meinen Walkman selber repariert? Nein. In den 90ern mein Gesangsmikro? Nein! In den 00-Jahren meinen Revo? Nein! IRGENDWANN mein Auto? Neeeiin!!!).

    Wär hätte das gedacht? Bin gespannt, ob ich in 4 Jahren mal mein iPad grille…..

  • Videoclip/ 1 min/ Regie: Felix Grassl / Schnitt: Gernot Grassl / Musik: Data Hero „Ready to go“ / shot on iPhone4 / ©2011

    Hier der erste Film, den ich mit meinem iPhone 4 gedreht habe: die „coolste Carrera-Rennautobahn“ meines Sohnes Felix. Während man beim Drehen recht schnell und flockig mit großem Spaß viel in kurzer Zeit zusammenbringt, gibt´s auch bei solchen Fun-Projekten beim Schnitt immer Brösel, wenn auch „hausgemacht“: ich wollte diese überschaubare Menge an Rohmaterial als Test verwenden, was eigentlich wirklich passiert, wenn man in FCP-7 die h.264-Dateien des iPhones direkt verarbeitet – und kann selbst bei kleinen „unwichtigen“ Geschichten nur zum Umwandeln in ProRes raten: ständiges Rendern, seltsame Phänomene bei kadergenauen Schnittentscheidungen oderi Verlangsamungen (Clips haben nach dem Rendern plötzlich andere In- oder Outframes), knackige Farben im FCP werden zu fahlen Farben im Exportfile, in dem sich auch noch Renderfehler verbergen können – ganz toll, wenn man glaubt, das Ding endlich fertig zu haben…

    Abgesehen davon war die Zusammenarbeit mit Sohnemann Felix (8 Jahre) sehr lustig und lehrreich: es gibt wohl kaum einen ungeduldigeren („Simma endlich fertig? Muss der schon wieder rendern?“) und genaueren („schau das will ich so…und dann so…“, oder „DAS will ich GAR nicht“) Regisseur im realen Filmbusiness, und selbst seine Kamerascheu (um jeden Kader im Film, wo er zu sehen ist, musste ich hart kämpfen) teilt er mit großen Namen – a star is born? Seinen Kommentar zum Film können Sie hier auf youtube nachlesen.


  • Nach meiner allgemeinen Rundschau zum Thema crowdfunding habe ich nun mit meiner Familie 4 konkrete Projekte ausgesucht und mit je 25$ unterstützt. Die Laufzeiten betragen bei unseren Projekten zwischen 6 und 14 Monaten, die Rückzahungen fließen auf unser internes kiva-Konto zurück, von wo aus wir weitere Projekte unterstützen oder eine Auszahlung veranlassen können. kiva arbeitet mit sogenannten field partners zusammen, das sind Organisationen vor Ort, die direkt in Kontakt zu den Kreditnehmern haben und auch die Rückzahlungen überwachen. Die field partner werden vom kiva-Team gemäß bisherigen Erfahrungen bewertet, wodurch man bei der Auswahl das Risiko minimieren kann. kiva verspricht, dass die Kreditsumme zu 100% beim Projekt ankommt (ausgenommen sind nur Bankkosten bei der Auslandsüberweisung), die Service-Kosten (30 Mitarbeiter) werden unter anderem über Spenden und Consulting-Dienstleistungen gedeckt. Die ganze Seite ist als social network im wahrsten Sinn aufgebaut, perfekt integriert sind Funktionen wie Gruppen, Nachrichten, embedding (siehe Bild oben) und facebook-Postings. Eine Portfolioseite gibt klaren Überblick. Der Vergabe von fast 170 Millionen US$ an Krediten steht eine Rückzahlungsquote von 98,85% gegenüber (Stand 1. Nov. 2010), und wem eine lange Liste renommierter Unterstützer von Bill Clinton abwärs nicht reicht, hier abschliessend noch ein paar Zahlen (Quelle: kiva.org):

    Total value of all loans made through Kiva: $169,768,400
    Number of Kiva Users: 779,706
    Number of Kiva Users who have funded a loan: 494,274
    Number of countries represented by Kiva Lenders: 208
    Number of entrepreneurs that have received a loan through Kiva: 440,764
    Number of loans that have been funded through Kiva: 232,420
    Percentage of Kiva loans made to women entrepreneurs: 81.92%
    Number of Kiva Field Partners: 121
    Number of countries Kiva Field Partners are located in: 54
    Current repayment rate (all partners): 98.95%
    Average loan size: $381.65
    Average total amount loaned per Kiva Lender: $217.59
    Average number of loans per Kiva Lender: 6.43
  • Die Kunst, eine Geschichte spannend zu erzählen, ist bekanntlich der Kern jedes guten Films, egal ob Spielfilm, Doku oder Werbeclip. Eine Tatsache, die aber zur Zeit gerne übersehen wird, da sehr viel Aufmerksamkeit auf die vielen neuen technischen Möglichkeiten der Bildgestaltung gerichtet wird. Das optisch schier unglaubliche 3D-Netzhaut-Feuerwerk Avatar ist da nur das prominenteste Beispiel, das schale Gefühl, dass die Story weder Herz noch Hirn aktiviert, war bei mir letzendlich der bleibende Eindruck. Muß man gesehen haben, ja klar, weil zu spüren gab´s leider wenig.
    Deshalb lege ich jedem diesen Werbespot von Canal+ ans Herz (im wahrsten Sinne des Wortes!), ein Meisterstück der Erzählkunst. Anschauen und nachher das Kribbeln im Kopf und Bauch abspeichern, das dieser kurze Film am Ende verursacht – so muss Film wirken. Viel Spaß!

    Dem Irrglauben, dass es für gute Ergebnisse lediglich der genialen Idee im Sinne eines plötzlichen Geistesblitzes bedürfe, versucht die Website the99percent.com entgegenzuwirken, frei nach Thomas Edison: „1% is inspiration, the rest is perspiration.“ Den Betreibern The Behance Team geht es um die verbleibenden 99%, also der Umsetzung von Ideen. Auch wenn sie aus dem Design- und Werbebereich kommen, finde ich ihre Themen für alle kreativ Arbeitenden inspirierend, wie dieses Video des bekannten Storytellers Jay O´Callahan:

  • Sie haben eine gute Idee nur fehlen die Mittel für die Umsetzung? Dann präsentieren Sie Ihr Projekt bei kickstarter.com! Oder unterstützen Sie selber eines der tausenden Ideen und empfangen Sie personalized rewards: ein Abendessen gekocht von einer durch Ihre Heimatstadt tourenden Band, eine Sprechrolle in einem Animationsfilm oder einfach  – wie im oben gezeigten Beispiel – ein wunderschön designtes Poster des FIFA WM-Verlaufs 2010. Leider ist ein amerikanisches Bankkonto vonnöten, um ein Projekt präsentieren zu können.
    Während Kickstarter auf kreative Kunst-Projekte fokussiert, werden auf kiva.org konkrete  Entwicklungshilfeprojekte mittels micro financing gefördert. Vor drei Jahren mit sieben Projekten gestartet, laufen heute bereits 50 Mio. Dollar über kivas Verteilsystem – allein in dieser Woche sind schon über 2000 neue Geldverleiher dazugekommen. Ähnlich funktioniert auch das deutsche betterplace.org, die versprechen, 100% des Geldes weiterzuleiten.

    Für beide Bereiche offen ist indiegogo.com, die für die Promotion von ausgewählten Projekten MTV New Media als Partner gewinnen konnten. Praktische Erfahrung mit Crowdfunding für Filmprojekte soll in diesem Blog noch genauer beleuchtet werden, der social media marketing-Blogger Wolfgang Gumpelmair hat da schon einiges in einem interessanten Artikel zusammengefasst.

    Gemeinsam ist allen Plattformen hohe Innovationfreudigkeit, positiv denkender Globalismus und die wohltuende Idee, mit einer fistful of dollars diese Welt ein bisschen besser machen zu können. Bleibt zu hoffen, dass diese schönen Entwicklungen des Internet vor Missbrauch verschont bleiben.

  • lobby_vorfilm

    Die Initiative Lobby Vorfilm von Jakob Brossmann nimmt sich Perlen des österreichischen Kurzfilms an. „So viele wunderbare Kurzfilme finden in Österreich nach Premiere und Festivalverwertung nie wieder ihren Weg ins Kino. Wir wollen das ändern“, meint der Wiener Regisseur und hat die Freiluftkinos Volxkino und Kino am Dach als Partner gewinnen können, wo die Kurzfilme als Vorfilm der grossen Klassiker gezeigt werden. So auch „17. Jänner“ von Roland Rainer und Lorenzo Jose Wasner, dem ersten auf RED produzierten Kurzfilm Österreichs, den ich geschnitten habe:

    Samstag, 05.06.2010, 21:30 „Kino am Dach“
    „17. JÄNNER“ von Roland Rainer und J. Lorenzo Wasner (A 2009), diesem folgt
    „PRIZZI´S HONOR – DIE EHRE DER PRIZZIS“   von John Huston (USA 1985)

    Alle Termine unter vorfilm.at. Hingehen!

    ERÖFFNUNG, Freitag 28.05.2010
    Come Together ab 20:00 am „Kino am Dach“
    21:30 Eröffnung durch Christian Oxonistsch – Stadtrat für Bildung, Jugend, Information und Sport
    anschließend die Vorstellung des :lobby: Programms und die Präsentation des Eröffnungsfilms
    „NUR NOCH 5 MINUTEN“  von Gerald Zahn  (A 2010)
    diesem folgt „JACKIE BROWN“ von Quentin Tarantino (USA 1997, OmU)
    nach dem Hauptfilm feiern wir auf dem Dach weiter.
    Musik bringen DJ homme noire & holzfella (bbd brut – wien) und der Filmemacher Gerald Zahn.
    Samstag, 29.05.2010
    20:00 Filmclub Drosendorf, GH Failler
    „SELINA“ von Frantisek Zboray (A 2009)
    diesem folgt „DER RÄUBER“ von Benjamin Heisenberg (A 2010)
    21:30 „Kino am Dach“
    „DAMIT WANDELBAR DEIN LEBEN SEI“ von Tatjana Moutchnik (A 2009)
    diesem folgt „BANK JOB“ von Roger Donaldson (USA 2008)
    Sonntag, 30.052010
    21:30 „Kino am Dach“
    „ALYSSAS SPIEGEL“  von Diego Breit (A 2009)
    diesem folgt „ANGEL FACE – ENGELSGESICHT“ von Otto Preminger (USA 1952, OmU)
    Montag, 31.05.2010
    21:30 „Kino am Dach“
    „ALLES HAT EIN ENDE NUR DIE WURST HAT 2“ von Rosalie Hübl (A 2008)
    diesem folgt „SILENTIUM“ von Wolfgang Murnberger (A 2004)
    Freitag, 04.06.2010
    21:30 „Kino am Dach“
    „TRIO“ von Marvin Kren (D 2007)
    diesem folgt  „GONE BABY GONE“ von Ben Affleck (USA 2007)
    Samstag, 05.06.2010
    21:30 „Kino am Dach“
    „17. JÄNNER“ von Roland Rainer und J. Lorenzo Wasner (A 2009)
    diesem folgt  „PRIZZI´S HONOR – DIE EHRE DER PRIZZIS“   von John Huston (USA 1985)
    Sonntag, 06.06.2010
    21:30 „Kino am Dach“
    „WASHING DAY“ von Stefan Brunner (A 2005)
    diesem folgt „THE KILLING – DIE RECHNUNG GING NICHT AUF“ von Stanley Kubrick (USA 1956, OmU)
    Montag, 07.06.2010
    21:30 „Kino am Dach“
    „FETISCH“ von Joe Berger (A 2008)
    diesem folgt „KOTTAN ERMITTELT – HARTLGASSE 16a“ von Peter Patzak  (A 1976)
    Dienstag, 08.06.2010
    21:30 „Kino am Dach“
    „CATAFALQUE“  von Christoph Rainer (A 2010)
    diesem folgt „NIGHT OF THE HUNTER“  von Charles Laughton (USA 1955, OmU)