Literatur


  • TV-Dokumentarfilm mit Imogene Doderer / 84 min / Regie: Herbert Krill / nach einer Idee von Beate Thalberg / Kamera: Leena Koppe ua. / Ton: Günther Tuppinger ua. /Schnitt: Gg  / Musik: Johanna Doderer / Produktion: CCC Film, Axel Stummer / ORF, SR und BMKF

    Erstausstrahlung: Sonntag, 27. November, 23.05 Uhr, ORF 2.

    Anlässlich des Heimito von Doderer-Gedenkjahres 2016 (120. Geburtstag, 50. Todestag) zeigt der ORF diesen Dokumentarfilm von Regisseur Herbert Krill, den wir gemeinsam in vielwöchiger Arbeit im Sommer geschnitten haben. Zum Unterschied zu früheren Dokumentationen wird das Leben und Werk Doderers aus Sicht der heutigen Nachfahren erzählt. Die Großnichte Imogena Doderer begibt sich auf Spurensuche nach dem Menschen hinter den großen Werken Die Strudlhofstiege, Ein Mord den jeder begeht oder Die Dämonen und hinterfragt dabei ihre eigenen Vorurteile, die sie gegen ihren berühmten Vorfahren hegt. Die Doderer-Experten Eva Menasse, Klaus Nüchtern und Martin Mosebach  liefern Informationen zu Biografie und Werk: die Rebellion gegen den übermächtigen Vater, seine vielkritisierte Nähe zum Nationalsozialismus, sein langes brotloses Künstlerleben, sein später, aber umso größerer Durchbruch mit über 55 Jahren; während eine Vielzahl von Familienmitgliedern nachempfinden lassen, wie all das innerhalb der Familie aufgenommen wurde. Umgekehrt wird auch die Auseinandersetzung des Schrifstellers mit seiner Familie (und Familie im allgemeinen) thematisiert.

    „Jeder bekommt seine Kindheit über den Kopf gestülpt wie einen Eimer. Später erst zeigt sich, was darin war. Aber ein ganzes Leben lang rinnt das an uns herunter, da mag einer die Kleider oder auch Kostüme wechseln wie er will.“
    (Heimito von Doderer, Ein Mord den jeder begeht)

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  • „Schmidtkunz ist es gelungen, ein hochsubtiles Portrait von sinnlicher Klarheit zu zeichnen.“
    (Norbert Trawöger, Kronenzeitung, Juni 2012)

     

    „Das Weiterleben der Ruth Klüger ist ein unbestechlicher, unbequemer und gerade deswegen so beeindruckender Film. Er ist keine überflüssige Illustration des literarischen Werks […] Es ist auch kein Film über Ruth Klüger. Es ist sie selbst, die spricht. Laut denkt. Oder schweigt. Klügers Art zu denken im Film festzuhalten, war das Ziel von Renata Schmidtkunz.“
    (Christian Buckard, Jüdische Allgemeine, Juni 2012)

  • ©WDR

    Dokumentation, AT 2011 / 30 min / R: Renata Schmidtkunz / K: Avner Shahaf, Heribert Senegacnik, Oliver Indra / Schnitt: Gg / P: Navigator Film & Renata Schmidtkunz mit WDR, BMUKK, ORF

    Dies ist die 30min-WDR-Fassung des Dokumentarfilms „Das Weiterleben der Ruth Klüger“ für die WDR-Sendereihe „Planet Schule“. Auch wenn die relativ kurze Sendungslänge anderes suggerieren könnte, so war die Beteiligung des WDR für das gesamte Doku-Projekt von enormer Bedeutung: Andrea Ernst war nicht nur die erste Redakteurin einer Sendeanstalt, die bei der Finanzierung fix zusagte, sie bestärkte auch Renata Schmidtkunz und mich von Anfang an, eine Kinofassung dieses Stoffs zu machen. Und so montierten wir zunächst die 83min Langfassung, um erst am Ende daraus die 30min-WDR-Fassung „herauszuschälen“. Andrea Ernsts praktisch-professionelle und menschlich-emotionale Unterstützung dabei war enorm und ging weit über das normale, gewohnte Maß ihrer „job discription“ hinaus – danke!

    Das Tolle an der Reihe „Planet Schule“ ist der Umstand, dass alle Filme für den Einsatz im Unterricht gedacht sind und deshalb auch auf der Homepage www.planet-schule.de angeschaut oder heruntergeladen werden können.

    WDR-Sendetermine  (WDR-Info):
    Mi. 21.03.2012, 7:20h
    Mi. 28.03.2012, 7:20h

     

     

     

  • Dokumentation, Deutschland  2011 / 45 min / R: Herbert Krill / K: Roland Breitschuh / Schnitt: Gg / P: sehen!Film Köln /© ZDF 3sat
    Sendetermin: Samstag 26.3., 22.05 Uhr, 3sat

    Nachdem es eine Zeitlang still um ihn war, wird Tennessee Williams auf den deutschsprachigen Bühnen jetzt wieder erstaunlich häufig aufgeführt. Das mag daran liegen, daß manche Themen seiner Stücke –Niedergang, Werteverlust, Krise, Gewalt, Gier– heute besonders aktuell sind. Es hat wohl auch mit der fast opernhaften Theatralik des Autors zu tun, die in ihrer leidenschaftlichen Menschlichkeit in der heutigen Ära der kühlen Informationsflut angenehm wärmt.
    Autor und Regisseur Herbert Krill (FEUCHTWANGER LEBT!) zeigt in seiner neuen Dokumentation einerseits Werke und Wirkungen von Tennessee Williams in Deutschland, andererseits die biografischen Ursprünge und Einflüsse des Theatermanns zwischen New Orleans, St.Louis und Mississippi. 3sat bringt den Film pünktlich zur hundertsten Wiederkehr seines Geburtstags (Pressetext).
    Mehr zum Film und dem Themenschwerpunkt Tennessee Williams auf der 3sat-Seite.
  • Generation_A - Douglas_Coupland
    Wissen Sie, was ein earth sandwich ist? Nein? Dann sollten Sie unbedingt dieses Buch lesen.
    Ja, auch mich nerven die ständige Etikettierungen wie Generation Golf, Generation Praktikum usw. durch die staatstragende Bedeutung, die einer gesellschaftlichen Entwicklung oder Gruppe allein mit dem Wort Generation gegeben wird. Doch Douglas Coupland, Autor und Designer aus Vancouver, Canada, darf das auch 2009 noch, schliesslich hat er  mit seinem Roman Generation X im Jahr 1991 (!) den Trend begonnen.
    Das A steht hier für Neubeginn und  das Zentrum der Story ist wieder das Storytelling selbst. Coupland entwirft einen witzigen Plot in the near future, wo starke Veränderungen des Klimawandels, der Weltwirtschaft und des Einflusses der Pharmaindustrie – natürlich noch weiter zum Schlechten – massiv spürbar sind. Die halbe Middle Class-Bevölkerung ist auf einer (legalen) Droge namens Solon, die einem die Angst vor der Zukunft nimmt, kerosinintensive Flüge sind kaum leistbar und das US-Handynetz ist recht störanfällig, seitdem die Regierung die Miete an den chinesischen Betreiber nicht mehr pünktlich zahlen kann. Aber vor allem das jahrelang andauernde unerklärliche Verschwinden der globalen Bienen-Population steigert bei den Menschen Gefühle der global digital loneliness – bis plötzlich innerhalb kurzer Zeit an verschiedenen Orten der Welt 5 recht unterschiedliche Individuen von Bienen gestochen werden…

    So apokalyptisch er diese Welt auch beschreibt, Coupland hat seinen Humor nicht verloren und kreiert 5 witzige Protagonisten, die im letzten Drittel des Romans zum großen Storytelling-Finale zusammenfinden. Während Chuck Palahniuk in Haunted mit seinem Geschichten-Erzähl-Reigen bei mir eher den Eindruck erweckte, er habe alle seine unveröffentlichten Kurzgeschichten verkrampft in einen Roman gezwängt, greifen die Stories in Generation A ineinander, wächst die eine in die nächste hinein, übertragen sich Ideen, Muster, Gedanken und Namen. Zusammen ergibt das sowas wie eine organische, globale Assoziationssymphonie, ganz im Stil von Douglas Coupland: trendy, aber gscheit.
    PS: Falls Sie wissen wollen, ob Sie in ihrem Wohnort einen earth sandwich machen können, klicken Sie hier und schieben Sie die Weltkarte mit der Maus herum.


  • …und zwar am 6. Mai um 14.45 Uhr in der Aula des Universitätscampus (Spitalgasse 2-4, Hof 1, 1090 Wien). Diesen Film von Herbert Krill (Produktion: sehen! Film Köln) habe ich im Herbst 2008 für 3sat geschnitten (mehr zum Film weiter unten im Blog). Anschließend werden noch 28 Minuten unveröffentlichtes Bonusmaterial gezeigt, das wir extra für diese Vorführung gestaltet haben.

    Die Vorführung findet im Rahmen einer Konferenz zum Thema „Exil – Glaube und Kultur“ statt, die von der internationalen Feuchtwanger-Gesellschaft und vom Institut für Zeitgeschichte veranstaltet wird. Herbert Krill und ich werden bei der Vorführung anwesend sein, wir freuen uns über zahlreiches Kommen!


  • Ein Buch, das sich langsam anschleicht, um einen dann nicht mehr loszulassen: Susan Sontags 2005 posthum bei Hanser erschienene Essay-Sammlung „Worauf es ankommt“ enthält nicht nur literarische Beobachtungen ihr liebgewordener Schriftsteller, sondern auch Spannendes zum Thema Wahrnehmung im Allgemeinen und Film & Kino im Speziellen.
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  • Foto: ©2009 Gernot Grassl

    Genauer: für den Sonderpreis Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen. Feuchtwanger lebt! ist eine Produktion der sehen! Film Köln für ZDF 3sat, die ich im Vorjahr mit Regisseur Hebert Krill geschnitten habe – mehr zum Film weiter unten im Blog.
    Der undotierte Adolf-Grimme-Preis gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis. Benannt ist die Auszeichnung nach Adolf Grimme, der von 1948 bis 1956 Generaldirektor des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) war. Die diesjährigen Gewinner werden am 25. März in Düsseldorf bekanntgegeben, die Preisverleihung findet am 3. April 2009 im Theater der Stadt Marl statt und wird ab 22.25h auf 3sat gesendet. Also bitte Daumen halten! www.grimme-institut.de


  • Nach langem Testen mit Einzelheften ist es jetzt endlich soweit: Ich bin stolzer DATUM-Abonnent!
    DATUM ist scharfsinnig und tiefgründig, Analyse und Hintergrund, thematisch mit großem Österreichanteil, aber auf internationalem Niveau. Neben dem Informationsgehalt und der reinen Lesefreude wäre (fast) jede Story eine filmische Dokumentation wert – also inspirierend für jeden Filmschaffenden. Klingt nach Werbung, meinen Sie? Ist es auch! www.datum.at