Begründung der Jury: „…Ein Film, der uns wie kein anderer, beschäftigt hat, bewegt – und vor allem: beunruhigt. Ein Film, der einem nichts vorsetzt, sondern zusetzt… Danke, Michael Glawogger, für diesen Film.“ (Zitat Diagonale-Homepage)

Ich war bei der Österreich-Premiere dabei und kann diesen Eindruck zur Gänze bestätigen: eine schwierige Romanvorlage filmisch perfekt umgesetzt, großartige Schauspieler, feinstens fotografiert vom Schweizer Kameramann Attila Boa, rhythmisch und dramaturgisch astrein geschnitten von Vessela Martschewski.
Kaum zu glauben, daß Regisseur Michael Glawogger diesen Film parallel zum Drogenklamauk-Roadmovie Contact High (siehe obigen Trailer!) produzierte. Vielleicht erklärt sich das alles am ungewöhnlich stufenweisen Engagement Glawoggers in der Produktion von Das Vaterspiel: Produzentin Christine Ruppert engagierte Glawogger zunächst nur für das Skript, Ulrich Seidl sollte Regie machen. Das fertige Drehbuch gefiel Ruppert ausgesprochen gut, sie erkannte aber auch, daß es „niemals zu Seidl passen würde“ – erst da kam Glawogger auch für die Regie ins Spiel, der aber schon voll mit Dreharbeiten für Contact High beschäftigt war. Obwohl sicherlich terminliche Schwierigkeiten die Folge waren, blieb Glawogger dadurch vom langen, zermürbenden Finanzierungsmarathon, dem man üblicherweise auch als Regisseur ausgesetzt ist, verschont.
Auch wenn die internationale Kritik (englischer Titel: Kill Daddy Good Night ) es zum Teil anders sieht: Das Vaterspiel ist ein Film, dem das seltene Kunststück gelingt, „besser“ als die Romanvorlage zu sein. Kinostart in Österreich: Herbst 2009. Anschauen!
Mehr auf der Diagonale 2009 Homepage


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