RR Reisebüro

 

Zur Ausstrahlung der letzten Folge von Reiseckers Reisen, Staffel 3

Die dritte  Staffel von Reiseckers Reisen ist wieder hervorragend gelaufen: Trotz gleichbleibend später Sendezeit ist die Zahl der Stammseher weiter gestiegen, Mundpropaganda und die Anzahl der Facebook-Follower nimmt nach jeder Sendung zu, der „Kultfaktor“ der Dokumentarfilmserie hat sich bis nach ganz oben im ORF herumgesprochen. Das Format ist, wie es so schön heißt, aufgegangen.

Warum es mir als Editor dieser Serie nach 30 Folgen immer noch Spaß macht, diese dokumentarischen Kleinode zu montieren, hat mehrere Gründe: die Authentizität des Materials, die spürbare Zufälligkeit der Begegnungen, das Lokalkolorit der Regionen (die Dialekte!), die Vielfalt an Lebensentwürfen, die jugendliche Neugier des Herrn Reisecker und dieses freie Gefühl des “einfach Drauflosfahrens”, das sich durch alle Sendungen zieht.
Das emotional Schönste für mich ist aber die unvergleichliche Weise mit der Reisecker mit seiner respektvollen Haltung und seiner aufs Minimum reduzierten Drehtechnik es schafft, eine Vertrauensbasis mit seinem Gegenüber zu erzeugen, die es mir (und den Zuschauern) erlaubt, bei diesen sonst im Fernsehen so selten gewordenen Glücksmomenten dabei zu sein: wie offen und freundlich die meisten Menschen spontan auf seine Vorstellung reagieren; oder wenn sich anfängliche Skepsis in Vertrauen verwandelt; wenn plötzlich ein einziger Satz meine unbewussten Vorurteile zerbröseln lässt; oder diese kurze, nachdenkliche Stille, bevor eine schlichte Weisheit unaufgeregt ausgesprochen wird. Und ich und wir Zuschauer schauen diesen Menschen direkt in die Augen und bekommen das Gefühl, diesen privaten Moment nur für uns allein zu haben. Und das funktioniert in dieser Staffel 3 noch besser als bisher, weil Reisecker auch gelernt hat, sich im richtigen Moment zurückzunehmen, innezuhalten, uns diese Momente zu überlassen. Um dann wieder für uns Fragen zu stellen, die als Antwort Geschichten ergeben, die uns manchmal so seltsam vertraut vorkommen, wie Erinnerungen aus unserer Kindheit, manchmal schön, manchmal schmerzhaft. Und darin liegt der Zauber dieser Sendung verborgen: Es geht ums Leben. Es geht um uns.

2016 soll es weitergehen – schauma moi!

Letzte Folge heute Abend, 3. März 2015, 23.30 Uhr, ORF1:
Reiseckers Reisen: Am Brenner
danach 1 Woche in der Mediathek des ORF

 

 

 

 


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