Doku/©2003/R: Herbert Krill/60 min/PAL 16:9/ORF 3sat
Erstausstrahlung: 06.03.2003, 3sat
gesendet am 11.06.2003 auf ORF2 (als „Die amerikanische Seele“ Bearbeitung: Helene Maimann)

„…Mit ihren 45 Minuten trägt die Dokumentation mehr dazu bei, die Ängste und das chronische Sicherheitsbedürfnis vieler US-Bürger verstehen zu können, als Michael Moore in den zwei Stunden seines Dokuspektakels „Bowling for Columbine“….“ (Format 23/ 2003)

Worin unterscheiden sich eigentlich die Amerikaner von uns Europäern ? Antwort auf diese Frage versucht Herbert Krill in seiner Dokumentation „American Psyche“ zu finden. Krill hat fast zwei Jahrzehnte lang als Journalist in den USA gelebt.

Wieso irritieren uns die US-Amerikaner immer wieder, warum scheinen sie uns nicht zu verstehen? In einem Streifzug durch Amerika, von der Ost- bis an die Westküste, wird festgestellt, was denn die hauptsächlichen nationalen Eigenschaften der US-Amerikaner sind und wie ihre Psyche beschaffen ist – was sie aufregt, was sie stolz macht, was ihnen wichtig ist. Vor allem der überschwänglich und oft kritiklos zur Schau getragene Patriotismus ist manchem europäischen Beobachter suspekt, selbst dann, wenn sein Verhältnis zu den USA ansonsten überwiegend von Sympathie geprägt ist.
Zu Wort kommen vor allem amerikanische Experten. In Philadelphia ist es die bekannte Kulturkritikerin Camille Paglia, in Phoenix (Arizona) der Verfasser eines Leitfadens für Ausländer in Amerika, Gary Althen; an der amerikanischen Westküste werden unter anderem der Soziologe Barry Glassner und der Historiker Ron Takaki interviewt. Befragt werden aber auch Europäer, die seit langem erfolgreich in den U.S.A. leben, wie der österreichische Filmkomponist Harald Kloser und der russische Komiker Yakov Smirnoff; und schließlich der Indianer-Aktivist Floyd „Red Crow“ Westerman.

Visuelle Höhepunkte des Films sind Innenansichten des „Gateway Arch“ in St.Louis, des 200 Meter hohen Denkmals in Erinnerung an die Expansion Amerikas nach dem Westen; die Kleinstadt Branson im Bundesstaat Missouri, in der christlich-patriotische Familienunterhaltung geboten wird und die jährlich von 5 Millionen Amerikanern besucht wird; und ein sogenanntes „re-enactment“, in dem eine Schlacht aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, zum Teil mit Originalwaffen, historisch getreu nachgespielt wird.

„ …umso bemerkenswerter die Dokumentation „Die amerikanische Seele“, die in knapp 45 Minuten einen kritischen, aber nicht wertenden Blick in die Tiefe wagte…… Ein Gewinn selbst für Amerika-Kenner.“ (Tiroler Tageszeitung Nr 135, 13.06.2003)

Regie: Herbert Krill
Kamera: Thomas Horvath
Ton: Ulli Masino
Schnitt: Gernot Grassl
Post-Produktion: a1plus


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