Leben & Kunst

  • Butchardt_Garden_tilt shift_kl

    Der Tilt Shift-Effekt, mit dem man in real fotografierten Bilder einen Miniaturwelt-Look kreieren kann, funktioniert besonders gut bei totalen Aufnahmen von erhöhter Position. Also stöberte auch ich durch mein Fotoarchiv nach passenden Bildern, um diese Technik auszuprobieren – und bemerkte leicht erstaunt, dass ich kaum Totalen fotografiere (sondern hauptsächlich langbrennweitige Closeups) und wenn, dann Architektur von unten steil nach oben…hmmm, naja, nach längerem Suchen fand ich dann doch 2 passende Fotos aus 2007, die nebenbei schön das breite Spektrum der Natur von Vancouver Island darstellen: der Regenwald nahe Mystic Beach und die berühmten Butchart Gardens bei Victoria. Wie das genau funktioniert, erklären einige youtube-Tutorials, die schönsten Laufbildergebnisse fand ich bei keithloutit.com.

    Regenwald Mystic Beach_tilt shift_kl


  • Nach dem genialen Laufband-Video zu „Here it goes again“ steigert sich  die Popband OK Go in ihrem neuen Video zu „This too shall pass“ noch mal um Lichtjahre! Timing is everything heisst es denn auch im sehr informativen Wired-Bericht, der dem Making-of dieses grandiosen Musikvideos gewidmet ist, und dieses Konzept des in LA tätigen Kollektivs Syynlabs ist so gut aufgegangen, dass man beim Zuschauen fast vergisst, dass das ganze auch noch ungeschnitten in einer einzigen Einstellung gedreht wurde. WOW!

  • d-Netz_Prospekt_03

    1990, das waren noch Zeiten: mobiles Telefonieren per D-Netz um 390.- österr. Schilling/Monat Grundgebühr (28.-€/Monat) plus 5,60 öS/Minute (40 Cent/min) Gesprächsgebühr plus „Funkkanalgebühr“ von 1,60 öS/Minute (11 Cent/min). Das macht für heute gängige 1000 Freiminuten grob gerechnet gute 500.-€ Gesprächskosten pro Monat… dafür funktioniert´s sogar in Gebäuden! Aber nur in Städten, die auf dem Plan mit einem grünen Punkt markiert sind. Und im Prospekt kein Wort vom pseudoenglischen „Handy“, es wird noch zwischen „Autoeinbautyp“ und „mobilen Handportables“ unterschieden, letztere für heutige Standards noch handfeste Ziegel. Auch beim Anblick der Schrifttype, des Layouts und des Models (bitte Ohrringe beachten) kommt so richtig Eighties-Feeling durch. Das war noch eine Zeit, in der das Mobiltelefon in erster Linie zum, naja – mobilen Telefonieren da war. Eine simple Geradlinigkeit, die vielen Usern heute abgeht. Aber wollen die wirklich dorthin zurück? Also wenn schon, dann inklusive Frisuranpassung! Ich freu mich derweil aufs nächste iPhone.
    Prospekt in Papierform gefunden in Alex´Original-Eumig-Super-8-Projektor-Verpackung. Vielen Dank!

  • Liebe Kollegen,
    am 11. Dezember letzten Jahres hat unsere Kollegin Gesa Marten auf der Generalversammlung der EFA die gesammelten Unterschriften unserer Online Petition übergeben.
    Innerhalb von nur zwei Wochen hatten 615 Unterzeichner aus neun europäischen Ländern, den Aufruf mit ihrem Namen unterstützt. Unter ihnen prominente Kollegen und Mitglieder der EFA wie Hans-Christian Schmid (Regie: Requiem, Sturm), Peter Alderliesten (Schnitt: Phileine Says Sorry), Caroline Link (Regie: Nirgendwo in Afrika), Job ter Burg (Schnitt: Black Book), Andrew Bird (Schnitt: Gegen die Wand, Auf der Anderen Seite),  Anne Coates (Schnitt: Lawrence of Arabia, Erin Brokowich) und viele mehr.
    Und wir hatten Erfolg! Unser Online-Aufruf zur Einführung der Preiskategorien ‚European Editor‘ und ‚European Production Designer’“ beim Europäischen Filmpreis hat Wirkung gezeigt: Die European Film Academy hat verkündet, dass ab 2010 beide Preiskategorien eingeführt und erstmals bei der Preisverleihung am 4. Dezember in Tallinn, Estland vergeben werden. Damit steht fest, die EFA würdigt den Berufsstand der Editoren und der Production Designer für die Bedeutung des Medium Film.
    Wir freuen uns sehr über die Entscheidung des EFA Vorstandes und bedanken uns bei allen Mitgliedern der EFA, Befürwortern und Unterstützern der Aktion.
    Dank gilt besonders den europäischen Berufsverbände aea (Österreich), ssfv (Schweiz), PMS (Polen) und gbfte (Großbritannien), die gemeinsam mit uns, die Aktion ins Leben gerufen haben.
    BFS – Bundesverband Filmschnitt Editor e.V.

    Ich zitiere ein Schreiben des deutschen Bundesverbandes Filmschnitt (BFS) und bedanke mich bei allen Filmschaffenden, die unterschrieben haben, für die Unterstützung:

    EFA_award Liebe Kollegen,
    am 11. Dezember letzten Jahres hat unsere Kollegin Gesa Marten auf der Generalversammlung der EFA die gesammelten  Unterschriften unserer Online Petition übergeben. Innerhalb von nur zwei Wochen hatten 615 Unterzeichner aus neun europäischen  Ländern, den Aufruf mit ihrem Namen unterstützt. Unter ihnen prominente Kollegen und Mitglieder der EFA wie Hans-Christian  Schmid (Regie: Requiem, Sturm), Peter Alderliesten (Schnitt: Phileine Says Sorry), Caroline Link (Regie: Nirgendwo in Afrika), Job ter  Burg (Schnitt: Black Book), Andrew Bird (Schnitt: Gegen die Wand, Auf der Anderen Seite),  Anne Coates (Schnitt: Lawrence of  Arabia, Erin Brokowich) und viele mehr. Und wir hatten Erfolg! Unser Online-Aufruf zur Einführung der Preiskategorien ‚European  Editor‘ und ‚European Production Designer’“ beim Europäischen Filmpreis hat Wirkung gezeigt: Die European Film Academy hat  verkündet, dass ab 2010 beide Preiskategorien eingeführt und erstmals bei der Preisverleihung am 4. Dezember in Tallinn, Estland  vergeben werden. Damit steht fest, die EFA würdigt den Berufsstand der Editoren und der Production Designer für die Bedeutung des  Medium Film.Wir freuen uns sehr über die Entscheidung des EFA Vorstandes und bedanken uns bei allen Mitgliedern der EFA,  Befürwortern und Unterstützern der Aktion.Dank gilt besonders den europäischen Berufsverbände aea (Österreich), ssfv (Schweiz),  PMS (Polen) und gbfte (Großbritannien), die gemeinsam mit uns, die Aktion ins Leben gerufen haben.

    BFS – Bundesverband Filmschnitt Editor e.V.

  • Generation_A - Douglas_Coupland
    Wissen Sie, was ein earth sandwich ist? Nein? Dann sollten Sie unbedingt dieses Buch lesen.
    Ja, auch mich nerven die ständige Etikettierungen wie Generation Golf, Generation Praktikum usw. durch die staatstragende Bedeutung, die einer gesellschaftlichen Entwicklung oder Gruppe allein mit dem Wort Generation gegeben wird. Doch Douglas Coupland, Autor und Designer aus Vancouver, Canada, darf das auch 2009 noch, schliesslich hat er  mit seinem Roman Generation X im Jahr 1991 (!) den Trend begonnen.
    Das A steht hier für Neubeginn und  das Zentrum der Story ist wieder das Storytelling selbst. Coupland entwirft einen witzigen Plot in the near future, wo starke Veränderungen des Klimawandels, der Weltwirtschaft und des Einflusses der Pharmaindustrie – natürlich noch weiter zum Schlechten – massiv spürbar sind. Die halbe Middle Class-Bevölkerung ist auf einer (legalen) Droge namens Solon, die einem die Angst vor der Zukunft nimmt, kerosinintensive Flüge sind kaum leistbar und das US-Handynetz ist recht störanfällig, seitdem die Regierung die Miete an den chinesischen Betreiber nicht mehr pünktlich zahlen kann. Aber vor allem das jahrelang andauernde unerklärliche Verschwinden der globalen Bienen-Population steigert bei den Menschen Gefühle der global digital loneliness – bis plötzlich innerhalb kurzer Zeit an verschiedenen Orten der Welt 5 recht unterschiedliche Individuen von Bienen gestochen werden…

    So apokalyptisch er diese Welt auch beschreibt, Coupland hat seinen Humor nicht verloren und kreiert 5 witzige Protagonisten, die im letzten Drittel des Romans zum großen Storytelling-Finale zusammenfinden. Während Chuck Palahniuk in Haunted mit seinem Geschichten-Erzähl-Reigen bei mir eher den Eindruck erweckte, er habe alle seine unveröffentlichten Kurzgeschichten verkrampft in einen Roman gezwängt, greifen die Stories in Generation A ineinander, wächst die eine in die nächste hinein, übertragen sich Ideen, Muster, Gedanken und Namen. Zusammen ergibt das sowas wie eine organische, globale Assoziationssymphonie, ganz im Stil von Douglas Coupland: trendy, aber gscheit.
    PS: Falls Sie wissen wollen, ob Sie in ihrem Wohnort einen earth sandwich machen können, klicken Sie hier und schieben Sie die Weltkarte mit der Maus herum.

  • Ja, ich kann „Last Christmas“ vom Wham! auch kaum mehr aushalten, aber schon mal die „Literal Video Version“ gehört? Dieser Trend in der YouTube-Community bedeutet, dass die Vocals mit einem neuem Gesangstext, der immer die momentan zu sehenden Bilder des Videos beschreibt, neu eingesungen werden – häufig durchsetzt von filmischen Regieanweisungen oder Hinweisen auf Anschlussfehler. Das muss man sich einfach anschauen! Auch unpackbar: Total Eclipse of the Heart. Frohe Weihnachten!

  • filmladen_Gg
    Seit kurzer Zeit kann man beim österreichischen Filmvertrieb filmladen neben dem „klassischen“ Online-Shoppen von DVDs auch Filme direkt auf seinen Computer herunterladen: knapp über 100 Filme sind momentan verfügbar, das Angebot umfasst Dokumentar- und Spielfilme und hat naturgemäß einen starken Fokus auf österreichische Produktionen. Und genau das macht den Reiz aus: heimische Filme, die man im Kino versäumt hat und die man in internationalen DVD-Shops schwer bekommt, hat man hier schön nebeneinander versammelt. Und das zu relativ günstigen Preisen: Hits wie Spielmanns Revanche kosten 7,90€,  Ruzowitzkys Die Fälscher nur 5,90€. Die Videoqualität ist wählbar: DVD-Standard oder mpeg4-Codierung, manche Filme auch mpeg4 in HD-Auflösung. Rechtlich erlaubt ist das Speichern auf Harddisk und das Brennen auf DVD, wie bei gekauften DVDs ist natürlich die öffentliche Aufführung der Filme sowie die Weitergabe an Dritte verboten.

    Download-Beschreibung
    Alle hier angeführten Schritte werden verständlich auf der filmladen-Webseite erklärt. Nach dem üblichen Ablauf beim Onlineshopping (Registrierung, Filme in Warenkorb legen, zur Kassa)  sucht man sich zunächst für jeden Filme einzeln die gewünschten Dateigröße aus, entweder als
    1.) DVD-Ordner (=VideoTS-Ordner; Mpeg2, ca.4 GB)
    2.) Mpeg4-Datei (divX-Datei, ca. 2 GB)
    Variante 1 kann man direkt auf DVD brennen und auf jedem DVD-Player abspielen, Variante 2 geht wesentlich flotter beim Download, dafür braucht man zum Abspielen auch einen DVD-Player mit mpeg4 oder divX-Funktion bzw. einen Computer.

    Danach entscheidet man sich für die Übertragungsart:
    1.) per Downloader: dieses kleine Programm von der filmladen-Homepage herunterladen, installieren und starten. Geht nur bei Windows-PCs! Mac-User empfiehlt man
    2.) per FTP-Programm: wie zb. FileZilla (FileZilla-Download), hier muss man den Filmladen-Link in das FileZilla-Eingabefeld Server einkopieren, um sich mit dem FTP-Ordner zu verbinden, in dem der Film liegt. Dann noch auf der eigenen Festplatte einen Zielordner definieren und den Fim-Ordner per Maus in den Zielordner ziehen.

    filmladen_Filezilla

    Test
    Ich hab mir Life in Loops für 5,90 € gekauft und per FTP-Programm (Filezilla am Mac) in der DVD-Version (3,7GB) recht flott mit durchschnittlichen 400 KB/s runtergeladen (Gesamtdauer 2,5 Stunden). Nicht ganz problemlos ging´s bei Ulrich Seidls Hundstage per Downloader am PC: bei 99% begann der Download zu stocken und dauerte beträchtlich länger. Der dritte Film, den ich gekauft habe, wurde im Downloadfenster erst gar nicht angezeigt. Doch die rasche und freundliche Reaktion des fimladen-Teams machte diese Verzögerung wett: ein neuer Link, per Email zugestellt, löste das Problem.

    Fazit
    Für sattelfeste Computer-User empfehlenswert, besonders für Leute, die bewusst ihre Filme direkt von Festplatte anschauen und ihre Filmsammlung ohne Umwege platzsparend archivieren wollen. Filmfans, die gerne DVDs im Regal durchstöbern und was zum Angreifen haben wollen, sollten den Zeitaufwand, um zu einer gebrannten DVD mit Cover zu gelangen, nicht unterschätzen – dafür ist mir der Preisunterschied zu gering.
    Leute, die bei obiger Download-Beschreibung überhaupt nix verstehen, würde ich empfehlen, den normalen DVD-Onlineshop zu verwenden – auch wenn der filmladen redlich versucht, mit Begriffserklärungen dem unsicheren Kunden zu helfen. Sehr fein: zum Kennenlernen und Ausprobieren wird ein Ausschnitt von Die Fälscher als kostenloser Testfilm angeboten.

    Sie können die Filme auf Computerfestplatte abspeichern, auf DVD brennen und sich auch eine Privatkopie dieser DVD anfertigen.
    Nicht gestattet ist jedoch eine öffentliche Aufführung der Filme sowie  die entgeltliche oder unentgeltliche Weitergabe an Dritte – sowohl auf DVD als auch im Internet (Tauschbörsen etc.).
    Beim Downloadvorgang bekommt der Film einen individuellen (nicht sichtbaren) Fingerprint, der im Fall missbräuchlicher Verwendung exakte Daten liefert, von wem der Film legal heruntergeladen und dann illegal verbreitet wurde.
  • Arbeitsplatz_Gg_small
    Der Arbeitsplatz, im Sinne der wenigen Quadratdezimeter die man als sitzend schaffender Mensch um sich beansprucht, war der Fokus des New Yorker Photographen Joseph O. Holmes in seiner Serie workspace, die ich unbedingt zur Betrachtung und Selbstbetrachtung empfehle… Ich persönlich hab´s ja gerne ohne Glumpat und Gramurri im Sichtfeld (Bild), sowohl real als auch auf der virtuellen Mac-Oberfläche. Gerade beim Schnitt eines Filmes ist Ordnung (auf der Festplatte) ohnehin überlebensnotwendig, weshalb ich den Predigern vom „kreativen Chaos“ misstraue. Ordnungs-Zwangler versus Schlaumpadatsch? Achten Sie auf ihr Bauchgefühl beim Betrachten von workspace! Gefunden auf the 99 percent.