Ich heiße Gernot Grassl und bin selbständiger Editor / Cutter in Wien. In meinem Blog geht es um den Schnitt - und um alles, was man rundherum braucht: Inspiration, Musik und Tools. Meine bisherigen Arbeiten finden Sie in meiner Filmographie, ab Mai 2012 stehe ich für neue Projekte zur Verfügung: office@gernotgrassl.com

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    Dokumentation, 2011 / 83 min / R: Renata Schmidtkunz / K: Avner Shahaf, Heribert Senegacnik, Oliver Indra / Schnitt: Gg / P: Navigator Film für WDR, BMUKK, ORF

    Ein Film über das Jetzt und die Erinnerung. Über den Zufall und die Dinge, die unterwegs verloren gehen. Über Sprache und Landschaften und die Nuancen, auf die es ankommt: “Der eigentliche Kontrast, der mich interessiert, ist nicht zwischen Opfer und Täter, sondern zwischen Opfersein und Freisein”.
    Ruth Klüger: Mutter und Jüdin, Germanistin und Feministin, Holocaust-Überlebende und Bestseller-Autorin. Renata Schmidtkunz hat Klüger über drei Jahre hinweg begleitet und gewährt uns Einblick in die unbestechlichen Ansichten dieser außergewöhnlichen Frau.
    Das war meine erste Zusammenarbeit mit Renata Schmidtkunz – die neben ihrer Tätigkeit als Regisseurin auch für ihre ö1-Sendung “Im Gespräch” und ihre Moderationen beim Club2 und Ö1-Radiokolleg bekannt ist – und wir verstanden uns sofort prächtig, sowohl künstlerisch als auch menschlich. Was bei diesem Film auch sehr wichtig war, denn ein langer Weg lag vor uns. Zum einen bot uns das Gedankenuniversum Ruth Klügers eine so große Fülle an guten verwendbaren Interviewpassagen, daß es einer der Hauptschwierigkeiten war, diese auf 83 Minuten “herunterzukochen”. Zum anderen hat Renata Schmidtkunz das Rohmaterial im wahrsten Sinne des Wortes dokumentarisch über mehr als 3 Jahre hinweg gesammelt, sprich: Ruth Klüger auf Schritt und Tritt mit der Kamera begleitet. So fokussiert Renata Schmidtkunz von Anfang an auf die zentrale Frage des Filmes “Wie kann man nach dem Überleben des Holocaust weiterleben?” war, so viel Spielraum gab uns das Material, den dramaturgischen ”Plot”, die Story erst beim Schnitt zu entwickeln (und das ist ja nun mit Abstand immer schon meine Lieblingsaufgabe beim Schnitt  ;-)). Nicht Malen nach Zahlen, sondern Material durchschnüffeln, Stimmungen suchen, unbekannte Türen öffnen, Bilder neu aneinanderstellen. Daß wir auch formal harmonieren, zeigte sich schon am  ersten Schnitttag, an dem wir den Opener des Films montierten (ja, tatsächlich blieb der als erstes geschnittene Block auch wirklich der Anfang des Films, wahrlich eine Seltenheit).
    Und dann war ja noch Ruth Klüger selbst, unsere Protagonistin. Immer bei uns in Bild und Ton – und anders als bei meinen bisherigen Arbeiten über bekannte Literaten (Schnitzler, Zweig, die Mann-Brüder, Feuchtwanger, Tennessee Williams), immer lebendig und nur einen Anruf oder eine Email entfernt. Sie während des Schnitts und bei der Premiere persönlich kennenzulernen, war mir eine ganz besondere Ehre. Über Ruth Klüger könnte ich jetzt endlos schreiben, wer mehr über sie wissen möchte, empfehle ich ihre Bücher “weiterleben. Eine Jugend” und “unterwegs verloren” zu lesen.
    Die Weltpremiere fand im Rahmen eines Gala-Abends der VIENNALE´11 genau an Ruth Klügers 80. Geburtstag im Gartenbaukino statt. Zeitgleich mit unserer Premierenfeier sendete der ORF  ab 00.05h die 52min-Fassung des Films mit dem Titel “Landschaften der Erinnerung”. Weiters wird eine 30min-Fassung des Films im WDR gesendet, unter dem Namen “Leben nach dem Überleben. Die Literatin Ruth Klüger”.
    Fotos von der Premiere im Gartenbaukino und Feier in Newalds Photoblog/derStandard.at
    Standard-Artikel zu Das Weiterleben der Ruth Klüger
  • TV-Serie / A 2011 / 10 x 25 min / R: Paul Harather / Schnitt: Paul Harather,  Gernot Grassl
    Ausstrahlung: ab heute jeden Donnerstag um 23:30 Uhr
    Meine frisch begonnene zweite Zusammenarbeit mit Paul Harather und dem wunderbaren Team der Breitwandfilm geht heute in der ORF eins Donnerstag Nacht erstmals auf Sendung: Gregor Seberg als arbeitsloser Poet Anatol Mutri Straub-Stauperl philosophiert im Wartezimmer des AMS über aktuelle Themen der Woche – irgendwo zwischen genial und  völlig verrückt, liebenswert  und leicht aufdringlich. Letztendlich geht es hier um nichts Geringeres als um den Sinn des Lebens! Treffen – im wahrsten Sinne des Wortes – tun seine Einsichten seine wartenden AMS-Genossen (von wunderbar “frischen” Schauspieler-Gesichtern gespielt), die sich unbedacht auf die (aussichtlose?) Diskussion einlassen oder gleich abwehren: “Du, lass mich in Ruhe, ich muss iPhone.”  Neben Sebergs gewaltiger Performance konterkariert Harather in Interview-Szenen mit den Protagonisten deren Charaktere, allein aus dem Kontrast zum Verhalten im Wartezimmer entsteht feinste Komik.
    Auch produktionstechnisch ist dieses Projekt für mich Neuland: da die Sendungen Wochenaktualität haben sollen, ist der Zeitplan für die Erstellung einer Sendung denkbar knapp. Ideenfindung und Konzeption verschwimmen zeitlich mit dem Dreh, Schnittvorbereitungen wie Synchronisierung der 3 Kameras plus Ton folgen umgehend, für Schnitt, Mischung und Farbkorrektur steht logischerweise nur wenig Zeit zur Verfügung. Und dann? Wie heisst´s so schön: nach der Sendung ist vor der Sendung. Weiter geht´s…
    Nach TV-Ausstrahlung ist “AMS – Mutris Welt “sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek als Video-on-Demand abrufbar.
  • Musikvideo / 3min 27sec / R: Christoph Zauner / K: Oliver Schneider / Schnitt: Gernot Grassl

    Das Musikvideo zum Lied “Too Late” der österreichischen Singer/Songwriterin Magdalena Piatti ist meine erste Zusammenarbeit mit Theaterregisseur Christoph Zauner und Kameramann Oliver Schneider – für mich auch das erste Schnittprojekt, bei dem das Material zur Gänze auf einer Canon 7D Spiegelreflexkamera gedreht wurde. Und ich finde, es war genau die richtige Entscheidung für dieses No Budget-Video, denn viele Vorteile der 7D (Licht, Schärfe, Look) wurden optimal genutzt und Schwächen (zB. bewegte Kamera) schon im Drehbuch gemieden.
    Das Ergebnis ist eine sehr klare und edle optische Umsetzung des Songs “Too Late”: Räume und Farben harmonieren gut mit den Instrumenten und Magdalena Piattis Stimme, der Dramaturgie des Liedes wird auch im Bild klar gefolgt. Neben den klassischen Herausforderungen beim Schnitt eines Musikvideos (Rhythmus! Surprise!) waren vor allem die Stimmigkeit der konzipierten Schnittpunkte auf Handbewegungen bzw. -positionen (1. Strophe) und Blickrichtungen (2. Strophe) – da musste ich auch ein paar Mal mit (unsichtbarem) Compositing nachhelfen…

    Magdalena Piatti präsentiert ihr erstes Album “Broken Wings” (Lindorecords) am 12. Oktober 2011 im Wiener Shelter am Walltensteinplatz. CD und Eintritt gibt´s dort zum Kombipreis von 15.-€. Hingehen!

  • “Kaisermühlenblues für die Generation Umhängetasche”
    (FALTER, April 2011)


    “Die typische Dramaturgie einer Schlawiner-Szene ist hansmoserhaft [..] Ein Crescendo des Wahnsinns, wunderbar.”
    (sueddeutsche.de, September 2011)


    “…die Sitcom «Schlawiner» ist ein herrlicher Mix aus komödiantischem Schauspiel und gekonnter Improvisation.”
    (quotenmeter.de, August 2011)


    “Ob der Superlativ “erste Mockumentary in deutscher Sprache” nun stimmt oder nicht: Bitte mehr davon!”
    (stimme.de, August 2011)


  • TV-Serie / A 2010-11 / 30 min / Regie: Paul Harather / Kamera: Marco Zimprich, Frederick Füssel / Schnitt: Paul Harather, Emily Artmann, Gernot Grassl, Elke Groen
    Mit Angelika Niedetzky, Michael Ostrowski, Gregor Seberg, Gerald Votava, Alexander Jagsch, Christian Dolezal, Suse Lichtenberger, Michael Smulik, Werner Wultsch und Tobias Ofenbauer, Sabrina White, Christiane Blumhoff, Doris Hindinger.
    Ausstrahlung: Heute Donnerstag | 09.06.11 | 23:30 Uhr
    Meine heissgeliebte Schlitzohren-Truppe tritt heute Abend zum – vorerst? – letzten Mal in Aktion. Alles dreht sich um die Frage: Wor do nu wos? Es ist nicht leicht mit diesen peinlichen Gschichtln aus längst vergangenen Tagen. Inklusive Gaststar-Auftritten der bayrischen Kult-Schlawiner Biermösl Blosn und Andreas Kiendl (kongenialer Partner Ostrowskis in Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott).
    Trotz hoher Einschaltquoten und besten Kritiken (siehe unlängst wieder im Standard: “Entspannt, klug, lustig”) ist noch nicht klar, ob der ORF diese Serie von Indien-Regisseur Paul Harather weiter produzieren lassen wird. Eine Wiederholung der bisherigen 11 Folgen ist jedoch für Herbst 2011 so gut wie sicher, auf eine frühere Sendezeit kann man nur hoffen. Sicher ist, dass die Serie  auch im BR ab Herbst laufen wird, DVD-Produktion und flimmit-download sind in Planung.
    Aktuelles zur Serie findet ihr auf facebook.com/Schlawiner.Serie

  • Um Film anzuschauen, hier klicken.

    Yann Arthus-Bertrand, seit seinem Bildband “Die Erde von oben” weltbekannter Fotograf, war anlässlich der diesjährigen Erdgespräche in Wien und präsentierte auch sein 2009 produziertes Dokumentar-Erstlingswerk “Home” im Votivkino. Eine gute Gelegenheit, um diesen Film, der seit Veröffentlichung auf youtube ca 30 Milionen Zuschauer fand, auf grosser Leinwand zu sehen. Der rein aus Flugaufnahmen (Hubschrauber+Cineflex) bestehende Film beeindruckt wie schon sein Buch vor allem mit der ungewöhnlichen Perspektive von oben und mit der großen Anzahl der Drehorte: in 2 Jahren drehte Bertrand in 55 Ländern, 500 Stunden Rohmaterial wurden beim Schnitt in 5 Monaten in eine Dramaturgie gebracht, der Off-Text von Glenn Close wurde in 3 Stunden in einem Studio in New York aufgenommen.

    Finanziert hat dieses Projekt der Regisseur und Produzent Luc Besson mit 10 Mio. Euro, um eine kostenfreie Werknutzung für alle zu ermöglichen, wurden zusätzlich Sponsoren lukriert. D.h. jeder kann diesen Film so oft er will kopieren, weitergeben und vorführen! Mehr auf  www.goodplanet.org.

    Der Film ist eine grosse Warnung an alle, die den Planeten Erde als Heimat (“Home”) bewahren wollen: im Kampf gegen die Klimaerwärmung läuft uns die Zeit davon. Auch wenn für meinen Geschmack im Text zu viel erklärt wird  und Glenn Close sprachlich häufig durch den Film hetzt, dieser Film ist eine Hymne des Humanismus und ein absolutes Muss für jeden denkenden Menschen dieses Planeten. Denn – um es mit Yann Arthus-Bertrands Worten zu sagen: It´s too late for pessimism. We have to act now. Erster Schritt: schauen Sie sich diesen Film an.

  • “Wir operieren hier nicht am offenen Herzen”. Mir ist es wichtig, im Schneideraum keinen Druck zu haben.”


    Claudia Wolscht, Spielfilm-Cutterin aus Köln, auf die Frage, welcher professionelle Rat ihr am meisten geholfen hat. Gefunden auf schnitt.de, zitiert aus einem Interview im Buch Dominik Graf: Im Angesicht des Verbrechens. Fernseharbeit am Beispiel einer Serie.Berlin/Köln 2010. Alexander Verlag, ca. 360 Seiten. ca. 24,90 Euro.